Äpfel

Der Apfel ist die Obstart, die eine besondere Kulturobstgeschichte hat. Mit dem Apfel werden viele Assoziationen verbunden. Der Apfel steht für Fruchtbarkeit, Lebensenergie oder geistige Erkenntnis. Äpfel geben es heute in verschiedenster Zuchtformen und sind weltweit als Obstart in allen Kulturen akzeptiert. In Europa hatten zum Beispiel die Kelten eine eigenständige Apfelkultur und kannten zahlreiche Apfelgerichte und Zubereitungsformen. Der Apfelanbau wurde in Europa von den Römern kultiviert. Bis heute ist der Anbau von der römischen Kultur geprägt. Es gibt heute über tausend unterschiedliche Arten von Äpfeln. Nur ein paar Duzend Äpfelarten sind aber im Handel erhältlich. In Deutschland haben die Apfelkultur und der Anbau einen wichtigen kulturellen Stellenwert. Äpfel sind aber nicht nur als Tafelobst gefragt, sondern werden auch als Apfelsaft gerne getrunken. Die Apfelsaftkultur ist in Deutschland weit verbreitet. In Durchschnitt trinkt jeder Deutsche über zehn Liter des Fruchtsaftes. Der Apfelsaft ist damit der meistgetrunkene Fruchtsaft. Je nach Region und Kultur gibt es zahlreiche unterschiedliche Gerichte, die auf regionalen Äpfelsorten basieren. Die meist gekauften Äpfelarten sind: Golden Delicious oder Red Delicious. Zu den größten Apfelproduzenten, die den weltweiten Handel bestimmen, gehören unter anderem China, USA oder Polen. In Deutschland wird der Apfelanbau unter anderem im Rheinland, Hessen oder am Bodensee stark betrieben. In Europa wird außerhalb Polens vor allem in der Normandie und entlang der Poebene der Apfelanbau kultiviert. Äpfel sind als natürliches Heilmittel aus der Geschichte bekannt. Äpfel sollen vor allem bei Magenproblemen helfen und können unterschiedliche Krankheitskeime bekämpfen.

Apfel des Jahres

Im Gartenbauzentrum Köln-Auweiler, einer Versuchsanstalt für Gartenbau der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, wird alljährlich der "Apfel des Jahres" gekürt. Eine Gruppe von geschulten Verbrauchern bewertet verschiedene Apfelsorten nach Aussehen und Geschmack. Die Veranstaltung dient zum einen der Werbung für den Apfel, zum anderen lassen sich interessante Trends ableiten. Im Jahr 2000 siegte die Apfelsorte ´Pink Lady` vor ´Braeburn` und ´Topaz`.


Äpfel lagern

Für die Lagerung eignen sich nur reife, unbeschädigte und gesunde Äpfel, die aber trocken sein müssen. Winteräpfel sind länger lagerfähig als die Frühsorten. Äpfel bleiben bei niedrigen Temperaturen (ideal sind +2°C bis +5°C) und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 bis 90% besonders lange frisch.


So vielseitig sind Äpfel

Äpfel sind sehr variationsreich in ihren Zubereitungsmöglichkeiten. Mit seiner kräftigen Säure schmeckt ein Apfel nicht nur als Kuchenbelag, im Obstsalat, als Kompott, Gelee oder Bratapfel, er passt auch gut zu herzhaften Gerichten. Roh schmeckt er zu vielen pikanten Salaten, gedünstet ist er eine angenehme Beilage zu Wild, zu Kassler oder zu Leber.

Gewürze, die besonders gut mit Äpfeln harmonieren, sind Zimt, Vanille und Rum für süße Gerichte, Thymian und Majoran für pikante Gerichte. Ob süß oder herzhaft – ein Genuss sind sie immer.


Nach der Apfelernte kommt der Genuss

Eine Frucht mit Vergangenheit

Schon in vorchristlicher Zeit wurden wildwachsende Äpfel in unserer Region geerntet. Geschätzt wurde der Apfel nicht nur als essbare Frucht, sondern auch wegen seines Symbolcharakters. So bescherte er den griechischen und germanischen Göttern angeblich ewige Jugend und gilt seit jeher als Symbol der Liebe und als Zeichen der Macht. Luther entschied sich unter all den vielen Obstsorten seiner Zeit für einen Apfelbaum, den er am Vortag des Weltuntergangs pflanzen wollte und Goethe lobte den Apfel über die Maßen.


Pflück- und Genussreife von Äpfeln

Nicht jede Sorte eignet sich zum direkten Verzehr. Oft schmecken Äpfel erst nach einer gewissen Lagerzeit richtig gut. Aussehen, Größe, Geschmack und Lagerfähigkeit eines Apfels hängen von der Pflückreife ab. Bei zu früher Ernte können die Früchte schrumpeln und sie neigen zur Stippigkeit. Auch der typische Geschmack einer Sorte kann sich nicht vollständig entfalten. Aber auch zu späte Ernte hat nachteilige Auswirkungen auf den Geschmack und die Lagerfähigkeit. Die Früchte werden schnell mehlig und anfällig gegen Fäulnis.


Äpfel im Kübel - Frischobst für Balkongärtner

Auch als Balkongärtner muss man nicht auf selbstgezogenes Obst verzichten. Natürlich kann man keine großen Mengen ernten, aber zum Naschen reicht der Ertrag. Geeignet sind die sogenannten Ballerinaoder Säulenäpfel. Sie sind im Gartenfachhandel erhältlich, doch auch der Versandhandel hat Balkonobst im Sortiment. Bekannte Sorten sind z.B.: ´Polka`, ´Bolero`, die jedoch anfällig für Schorf sind. Die Sorte ´Arbat` ist schorfresistent. Die Früchte reifen je nach Sorte ab September.


Äpfel - Krankheiten und Schädlinge

Ertrags- und qualitätsmindernd wirkt sich beim Apfel der Apfelschorf aus. Diese, durch Pilze verursachte Krankheit beginnt im sehr zeitigen Frühjahr mit einem Befall auf den Blättern. Es zeigen sich braun-grüne Flecken, die sich vergrößern und oft zusammenfließen, so dass ein großer Teil der Blätter durch die schorfartigen Flecken zerstört wird. Die Blätter werden im Laufe des Sommers abgeworfen. Auch die Früchte werden befallen. Sie haben zunächst kleine, später immer größer werdende Flecken. Mit zunehmendem Wachstum bilden sich daraus verkorkte Risse.


Äpfel Anbau im Garten

Dass der aus Kleinasien stammende Apfel (Malus sylvestris) überhaupt an den Rhein kam, verdanken wir den Römern. Sie brachten die ersten Apfelbäume aus Griechenland mit. Für das Gedeihen von Äpfeln ist unser Klima ideal: gemäßigte Temperaturen mit Winterkälte und relativ hohe Niederschläge. Die Bäume brauchen einen leicht sauren Boden (pH 5,5 bis 6,5), der nicht zu leicht und wasserdurchlässig sein darf, aber auch nicht zu schwer und nass.