Kartoffeln

Die Kartoffel ist eine der zentralen Ernährungsprodukte seit vielen Jahrhunderten. Durch die spanischen Eroberer aus Lateinamerika nach Europa gebracht wurde der Kartoffelanbau seit dem 17 Jahrhundert auch in Deutschland kultiviert. Man schätzt die weltweite Produktion von Kartoffeln auf über 300 Millionen Tonnen im Jahr. Die größten Anbauländer sind China, Russland und Indien. In Europa werden Kartoffel vor allem aus Frankreich und den Beneluxländern nach Deutschland importiert. Deutschland ist eines der Länder, die eine der größten Warenpaletten für Kartoffelprodukte hat. Die Kartoffel gehört zur Gruppe der Nachschattengewächse. Der obere Teil der Kartoffel ist für den Menschen giftig. Der Kartoffelanbau ist je nach Region unterschiedlich. Beim konventionellen Kartoffelanbau spielen die Beschaffenheit des Ackers, die Schädlingsbekämpfung und das Klima wichtige Rollen. Gebiete mit einer geringen Luftfeuchtigkeit eignen sich für den Anbau besser. Es gibt darüber hinaus verschiedene natürlichere biologische Anbaumethoden, die teilweise staatlicher Qualitäts- und Anbaukontrollkriterien unterliegen. Die Kartoffelernte ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem der Temperatur, der Bodenbeschaffenheit und des Reifegrades der Knollen. Kartoffeln werden aber nicht nur zum menschlichen Konsum angebaut, sondern auch zur Tierfütterung, oder Alkoholherstellung.

Man schätzt dass es heute über 5.000 verschiedene Arten von Kartoffeln gibt. Je nach Reifezeit und industriellen Verwendungszweck können die Arten unterschieden werden. In vielen Fällen wird ein genaues Genprofil erstellt. Kartoffeln sind vor allem auf Grund ihres Nährgehaltes sehr beliebt, auch wenn der Verbrauch in Deutschland in den letzten Jahren zurückging. Kartoffeln haben einen hohen Gehalt an Kohlenhydrate, Eiweiß und Ballaststoffe und eignen sich so als Bestandteil einer gesunden Ernährung. Auf Grund des hohen Wassergehaltes machen Kartoffeln weniger Dick, als in der Öffentlichkeit bekannt. Sind die Kartoffeln zu lange an der Luft verlieren sie schnell zum Beispiel an Vitaminen. Man sollte also Kartoffeln eher früher konsumieren oder sie richtig lagern.

Kartoffeln in der Ernährung

Kartoffeln sind prallgefüllt mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Zu einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung gehören sie ebenso wie Gemüse, Obst, Fleisch, Eier und Käse.

Kohlenhydrate
Wichtigstes Kohlenhydrat der Kartoffel ist die Stärke, die erst durch Kochen als leicht verdauliche Energiereserve verwertbar ist. Unverdauliche Kohlenhydrate - die Ballaststoffe - sorgen für eine funktionierende Verdauung.

Eiweiß


Kartoffelsorten - Saat- oder Speisekartoffel-Sorten

Sorte; Eigenschaften
Ackersegen; Mehlig kochend, gelbes Fleisch, sehr robust, würzig schmeckend
Aura; Länglich bis oval, gelbfleischig, ertragreich, festkochend mit gutem Geschmack
Bamberger Hörnle; Lang und dünn, fingerförmige Knolle, gelbe bis rosa Schale, hellgelbes Fleisch, festkochend, empfindlich gegen Krautfäule
Bona; Gelbe runde Kartoffel, mittelfrüh, vorwiegend festkochend mit gutem cremigen Geschmack
Dänische Spargelkartoffel; Auch "Asparges" genannt, große Fingerling Sorte, Schale und Fleisch gelb, festkochend, ertragreich, etwas empfindlich gegen Krautfäule


Kartoffel-Krankheiten und Schädlinge

Kartoffeln werden von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen. In der Regel sind sie im Garten allerdings - abgesehen von der Kraut- und Knollenfäule - nicht problematisch und werden deshalb hier nur kurz behandelt. Zunächst einmal ist es wichtig, den Bestand unkrautfrei zu halten, denn Unkraut nimmt den Kartoffeln Licht, Wasser und Nährstoffe. Außerdem dienen sie zum Beispiel Blattläusen oder Kartoffelkäfern (hier die Unkräuter aus der Familie der Nachtschattengewächse) als Fraßwirte. Gehackt wird so lange, bis das Kartoffelkraut die Reihen abdeckt.


Anbau, Ernte und Lagerung von Kartoffeln

Kartoffeln kann man fast überall anbauen. Lediglich nasse und schwere Böden sind ungeeignet, da die Kartoffel dort schneller von Krankheiten befallen wird. Am besten geeignet sind sandige Lehm- oder lehmige Sandböden, die eine gleichmäßige Wasserversorgung sichern. Dies ist insbesondere für die Knollenentwicklung wichtig. Als Starkzehrer steht die Kartoffel in der Fruchtfolge nach einer Gründüngung oder nach Schwachzehrern. Empfehlenswert ist die vorjährige Aussaat von Leguminosen, wie Bitterlupinen, Sommerwicken, Erbsen oder Bohnen als Stickstoffsammler.


Herkunft und Geschichte der Kartoffel

Kartoffeln gehören heute neben Brot zu unseren Grundnahrungsmitteln. Dabei war die nahrhaften und gesunden Knollen in Europa bis zur Entdeckung Amerikas im 16. Jahrhundert völlig unbekannt. Die Heimat der Kartoffel liegt in den Anden Südamerikas. Dort wurde sie vermutlich schon etwa 4000 vor Christus auf den Hochebenen (auf 3000m Höhe) angebaut. Noch heute finden wir zum Beispiel auf den Märkten von Lima und Cuzco ein großes Kartoffelangebot, nicht nur was die Menge, sondern auch was die Sorten betrifft.