Anbau, Ernte und Lagerung von Kartoffeln

Kartoffeln kann man fast überall anbauen. Lediglich nasse und schwere Böden sind ungeeignet, da die Kartoffel dort schneller von Krankheiten befallen wird. Am besten geeignet sind sandige Lehm- oder lehmige Sandböden, die eine gleichmäßige Wasserversorgung sichern. Dies ist insbesondere für die Knollenentwicklung wichtig. Als Starkzehrer steht die Kartoffel in der Fruchtfolge nach einer Gründüngung oder nach Schwachzehrern. Empfehlenswert ist die vorjährige Aussaat von Leguminosen, wie Bitterlupinen, Sommerwicken, Erbsen oder Bohnen als Stickstoffsammler. Die organische Düngung mit 3,5 kg Kompost je qm erfolgt im sehr zeitigen Frühjahr, weil Kartoffeln keinen frischen organischen Dünger vertragen. Vor der Pflanzung arbeite man als Stickstoffdünger zusätzlich 100 - 200 g Rizinusschrot je qm ein. Werden die Kartoffeln mineralisch gedüngt, verwendet man etwa 60 g eines handelsüblichen Volldüngers je qm. Diese Angaben beziehen sich auf einen optimal mit Nährstoffen versorgten Boden.

Die Kartoffel ist eine sehr gute Vorfrucht, weil sie den Boden lockert. Für die Nachkultur im Herbst eigenen sich zum Beispiel Spinat oder Stielmus.

Im zeitigen Frühjahr werden Saatkartoffeln der gängigen Sorten überall angeboten. Seltene Sorten oder gar Raritäten muss man dagegen suchen. Problematisch wird es bei Sorten, die amtlich als Saatkartoffel nicht zugelassen sind. Sie dürfen nur als Speisekartoffeln verkauft werden. Der Einkäufer darf sie nicht anbauen. Im Anhang sind einige Bezugsquellen für Saat- und Speisekartoffeln angegeben. Es lohnt sich aber, im Anzeigenteil von Gartenzeitschriften nach Hobbyzüchtern Ausschau zu halten. Etwa ab Mitte März beginnt man mit dem Vorkeimen. Dazu werden die Knollen mit den Augen nach oben dicht an dicht in flache Kisten gelegt und an einem hellen und kühlen Ort aufgestellt. Innerhalb von drei Wochen entwickeln sich die ca. 1 bis 3 cm langen Keime. Durch das Vorkeimen haben die Knollen einen Entwicklungsvorsprung von etwa 2 Wochen gegenüber nicht vorgekeimten Kartoffeln. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man früher ernten kann, auch sind die Knollen schon weiter entwickelt, wenn evtl. die Krautfäule einsetzt.

Je nach Temperatur und Frostgefahr werden die Kartoffeln Ende März bis Anfang April mit den Keimen nach oben gepflanzt. Dazu sollte der Boden abgetrocknet und locker sein und eine Temperatur von 7 - 10o Celsius haben. Die Knollen werden in Reihen etwa 7 cm tief gepflanzt. Je nach Dicke des Pflanzgutes beträgt der Abstand in der Reihe 25 bis 40 cm, der Reihenabstand 50 bis 70 cm. Anschließend häufelt man etwas an, was im Laufe der Vegetationszeit zwei Mal wiederholt wird. Dadurch bilden sich an den mit Erde bedeckten Sprossen weitere Wurzeln und Knollen.

Der Anbau unter Folie oder Vlies hat sich nicht nur in Lagen bewährt, die spätfrostgefährdet sind, man erreicht dadurch auch ein beschleunigtes Pflanzenwachstum. Geeignet sind beispielsweise Schlitz- oder Lochfolien, unter denen die Luft- und Bodentemperatur 3 bis 5° Celsius höher liegt als im Freiland. Besteht keine Nachtfrostgefahr mehr,wird die Folie entfernt.

Geerntet wird frühestens drei Wochen nach Absterben des Laubes, wenn die Schale fest ist. Eine Ausnahme sind die Frühkartoffeln, die zum sofortigen Verzehr ausgemacht werden und nicht zur Einlagerung geeignet sind. Je nach Reifegruppe erntet man von Juli bis Anfang Oktober. Kartoffeln, die eingelagert werden, müssen ausgreift, sauber, trocken und unbeschädigt sein. Der Lagerraum muss kühl, trocken und gut lüftbar sein. Im Handel erhältliche Lattenkisten haben sich als Aufbewahrungsort gut bewährt. Man kann die Ware aber auch lose auf Lattenroste aufschütten, wobei die Schütthöhe 40 Zentimeter nicht überschreiten darf.

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen