Herkunft und Geschichte der Kartoffel

Kartoffeln gehören heute neben Brot zu unseren Grundnahrungsmitteln. Dabei war die nahrhaften und gesunden Knollen in Europa bis zur Entdeckung Amerikas im 16. Jahrhundert völlig unbekannt. Die Heimat der Kartoffel liegt in den Anden Südamerikas. Dort wurde sie vermutlich schon etwa 4000 vor Christus auf den Hochebenen (auf 3000m Höhe) angebaut. Noch heute finden wir zum Beispiel auf den Märkten von Lima und Cuzco ein großes Kartoffelangebot, nicht nur was die Menge, sondern auch was die Sorten betrifft. Es ist dort durchaus üblich, dass ein Bauer auf seinem Feld bis zu 15 verschiedene Sorten anbaut. Hier sind rote, blaue und gelbe Sorten genauso im Angebot wie die kleinen, schrumpeligen, durch Sonneneinstrahlung und nächtliche Fröste, gefriergetrockneten Knollen, die sich gut bevorraten lassen.

Lange sträubten sich die Mitteleuropäer Kartoffeln zu essen. Friedrich der Große entdeckte die Kartoffel als Grundnahrungsmittel für seine Soldaten, aber auch für die arme Bevölkerung. Erst nachdem er unter Androhung höchster Strafen den großflächigen Kartoffelanbau in Schlesien und Pommern durchsetzte, gewöhnte man sich auch in Deutschland an die „exotischen Früchte“. Heute gehören Kartoffeln und Kartoffelprodukte ganz selbstverständlich auf unseren Speiseplan. Im Handel sind zahlreiche Sorten erhältlich, die allgemein in drei Kategorien eingeteilt werden: "Festkochend", "Vorwiegend festkochend" und "Mehligkochend". Die im Handel erhältlichen Sorten unterliegen strengen Qualitätsbestimmungen. Ihnen gemeinsam ist die helle Schale und das weiße bis gelbliche Fruchtfleisch. Doch damit erschöpft sich die Sortenvielfalt der Kartoffel noch lange nicht. Nur wer Kartoffeln selbst anbaut, kann die geschmackliche und optische Vielfalt voll auskosten.

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen