Kartoffel-Krankheiten und Schädlinge

Kartoffeln werden von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen. In der Regel sind sie im Garten allerdings - abgesehen von der Kraut- und Knollenfäule - nicht problematisch und werden deshalb hier nur kurz behandelt. Zunächst einmal ist es wichtig, den Bestand unkrautfrei zu halten, denn Unkraut nimmt den Kartoffeln Licht, Wasser und Nährstoffe. Außerdem dienen sie zum Beispiel Blattläusen oder Kartoffelkäfern (hier die Unkräuter aus der Familie der Nachtschattengewächse) als Fraßwirte. Gehackt wird so lange, bis das Kartoffelkraut die Reihen abdeckt. Danach ist kaum noch mit Unkrautaufwuchs zu rechnen.

Ein Problem kann die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), eine Pilzkrankheit, werden. Aufgrund der frühen Ernte sind Frühsorten weniger gefährdet. Sie tritt insbesondere bei feuchtem Wetter auf. Die Pilzsporen überdauern an lebender organischer Masse. Deshalb ist äußerste Hygiene besonders wichtig. Dazu gehört das Aufnehmen aller Knollen und das Entfernen des gesamten Laubes vom Beet. Nicht vergessen, dass sich die Krankheitskeime auch im Kompost auf Kartoffelschalen oder Knollen (besonders auf keimenden Kartoffeln) gut entwickeln können und von dort aus den Kartoffelbestand im Garten befallen. Durch Regen und Wind gelangen Pilzsporen auf weitere Pflanzenteile und andere Pflanzen (Tomaten!). Die Blätter bekommen gelbbraune Flecken, rollen sich ein und sterben schnell ab.

Diese Krankheit geht auf die Knolle über, auf der sich eingesunkene Flecken bilden, unter denen sich das Fleisch rötlich braun verfärbt. Die Knollen faulen und sind nicht mehr zu verwenden. Vorbeugend sollte man auf eine gute Kaliversorgung achten, die das Pflanzengewebe kräftigt. Zu hohe Stickstoffgaben dagegen verursachen weiches, schwammiges Gewebe, das krankheitsanfällig wird. Ein weiter Pflanzabstand sorgt nach feuchter Witterung für rasches Abtrocknen des Laubes. Nachdem sich der Boden ab Mitte Mai ausreichend erwärmt hat, sollte man ihn mit Mulchmaterial bedecken, damit die Pilzsporen nicht durch aufspritzendes Regenwasser auf das Laub übergehen können. Da auch die Tomate von der Krautfäule befallen wird, sollte man nach Möglichkeit nicht beide Pflanzen im Garten anbauen. Beim ersten Auftreten der Krankheit müssen die befallenen Pflanzen sofort entfernt werden. Eine weite Fruchtfolge von mindestens vier Jahren ist als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig.

Blattläuse gefährden die Kartoffel insofern, als dass sie Viruskrankheiten übertragen. Diese sind an hellgrün gescheckten oder schwarz gestrichelten Blättern zu erkennen, die oft eingerollt sind. Eine direkte Bekämpfung von Virosen ist nicht möglich. Die Pflanzen müssen entfernt und vernichtet werden. Auf der Fläche sollten mindestens vier Jahre keine Kartoffeln angebaut werden. Vorbeugend kann jedoch der Blattlausbefall bekämpft werden.

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen