Wenn man die Vorzüge von Tomaten kurz und bündig beschreiben sollte, dann könnte sich das so lesen: Die Tomate ist ein wahres „Bio-Feuerwerk“ Sie belebt unseren Organismus, stärkt die Abwehr, verjüngt Körperzellen und Haut, hebt die Stimmung, ist enorm vielseitig zu verwenden und schmeckt einfach lecker.
Zu Recht liegt sie deshalb auf Platz 1 der „Gemüse Top-Ten“ in Deutschland: 19,5 Kilo werden jährlich pro Person verzehrt – frisch oder in verarbeiteter Form. Ein so knapper Bericht über die Tomate würde dieser Frucht aber gar nicht gerecht, denn sie bietet eine Fülle von interessanten, erstaunlichen und auch amüsanten Details.
Die Tomate stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika (Mexiko, Peru, Ecuador) und kam schon im 16. Jahrhundert durch die Seefahrer nach Europa. Um 1550 wurde die Tomate in Italien wenig schmeichelhaft beschrieben: als pomo d’ oro, d.h. als „Goldener Apfel“ wegen ihrer gelben Farbe, aber auch als „Apfel mit stinkendem Geschmack“. Außerdem hielt man sie für giftig, was für die unreifen Früchte ja auch zutrifft (s.u.). Deshalb wurde sie lange Zeit nur für die Gestaltung der Gärten verwendet. Erst im 18. Jahrhundert setzte sie sich langsam als Lebensmittel durch. Aber auch andere Länder fanden ein inniges Verhältnis zur Tomate. So nannten die Österreicher sie „Paradeiser“, wohl weil sie sich ausmalten, dass Adam im Paradies von einer Tomate verführt worden sei. In Frankreich schrieb man der Tomate eine aphrodisierende Wirkung zu und nannte sie pomme d’ amour, also „Liebesapfel“. Gelbe Sorten sollten gar Liebestollheit auslösen. In Deutschland bezeichnete man die Frucht schon immer als „Tomate“, was sich vom aztekischen Wort „tomatl“ (= Schwellung) ableitet.
Inzwischen ist die Tomate gar nicht mehr aus unserem Speiseplan wegzudenken. Stellen Sie sich ein Grillfest ohne Tomatensaucen vor. Und wie sehr würden unsere Kleinen ihren Ketchup zu Nudeln oder Pommes vermissen! Was wäre eine Pizza ohne Tomaten? Übrigens: wussten Sie, dass es schon 1889 einen Pizza-Lieferservice gab? Damals brachte ein neapolitanischer Pizzabäcker der Königsfamilie die Pizza direkt in den Palast. Und weil Königin Margherita ihre Pizza am liebsten mit Tomaten, Basilikum und Käse aß, wurde die heute beliebteste Pizzasorte der Welt nach ihr benannt.
Heute hat die Tomate zu Recht dieses schlechte Image abgelegt. „Stimmungsheber“ und „Fitmacher“ sind Attribute, die die Tomate für sich in Anspruch nehmen kann, denn sie ist eines der gelungensten Nahrungsmittel. Kaum eine andere Frucht liefert so viele wertvolle Inhaltsstoffe – und das in allen Farb-, Form- und Geschmacksvarianten, die uns die Natur bietet.
Die Tomate ist mit nur 18 Kalorien je 100 Gramm ein „schlankes Gemüse“. Gehaltvoll ist sie trotzdem, denn sie enthält wertvolle Mineralstoffe, z. B. Kalium, das den Flüssigkeitshaushalt regelt und Magnesium, das die Herz- und Kreislauffunktion fördert. Auch Vitamine sind reichlich vorhanden, z.B. Provitamin A, die Vitamine C und E und Folsäure. Da Vitamin A und E fettlösliche Vitamine sind, sollten Tomaten immer zusammen mit etwas Fett verzehrt werden, z.B. mit gutem Öl zum Tomatensalat oder Käse beim Auflauf.
Seit Beginn der Forschungen über sogenannte „sekundären Pflanzenstoffe“ werden der Tomate besondere gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, wie die Stärkung des Immunsystems und der Schutz vor Krebs und Herzinfarkt. Sekundäre Pflanzenstoffe sind in den Pflanzen z.B. für den typischen Geschmack und Geruch verantwortlich und bewahren sie vor Schädlingen. Dazu zählen auch die pflanzeneigenen Farbstoffe. Bei den Tomaten ist besonders das reichlich enthaltene Lycopin (Grundlage für die leuchtend rote Farbe) hervor zu heben. Lycopin ist hitzestabil und der Körper nimmt es sogar noch besser auf, wenn die Tomaten gekocht sind.
Schönheit von innen liefert die Tomate z.B. auch durch ihren Gehalt an Spurenelementen wie Eisen, Kupfer und Zink, die die Zellbildung fördern, das Bindegewebe festigen und die Haut verjüngen. Selbst für gestresste und unzufriedene Zeitgenossen hält die Tomate etwas bereit. Der Inhaltsstoff „Tyrosin“ wirkt als sogenannter „Glücksbotenstoff“ aufmunternd und hilft bei Abgespanntheit.
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen